Zürcher Regierung soll Renaturierung der Töss vorantreiben

Bluewin.ch, 07. 11. 2011

Der Zürcher Regierungsrat soll die Renaturierung der Töss weiter vorantreiben. Der Kantonsrat hat am Montag ein entsprechendes Postulat von SP, Grünen und CVP mit 111 zu 54 Stimmen überwiesen. Die SVP und die EDU waren dagegen.

"Die Aufwertung der Töss ist eines der Hauptziele des kantonalen Naturschutzkonzeptes", sagte Hedi Strahm (SP, Winterthur). Dieses Konzept liege zwar seit 15 Jahren vor, bis heute seien aber nur gerade zwei kurze Flussabschnitte renaturiert worden.
Die Folgen dieser beiden Aufwertungen seien ermutigend, wie Strahm sagte. Gerade die renaturierten Stellen seien für Erholungssuchende besonders attraktiv. Nun gelte es, die Revitalisierung weiter voranzutreiben.
Lilith Claudia Hübscher (Grüne, Winterthur) wies auf die Wasserwalzen hin, die teilweise sehr gefährlich seien. Auf den nicht revitalisierten Abschnitten seien diese Walzen schon für manche Schwimmer zur tödlichen Gefahr geworden.

Die meisten Parteien unterstützten den Vorstoss. Jörg Kündig (FDP, Gossau) sprach von einem "berechtigten Anliegen", und Benno Scherrer (Grünliberale, Uster) bezeichnete die Töss als "wichtigen Erholungsraum für die Winterthurer Bevölkerung".
René Isler (SVP, Winterthur) sagte dagegen, es sei "absolut falsch" zu glauben, dass sich mit einer Renaturierung weitere Todesfälle vermeiden liessen. Badeunfälle ereigneten sich auch in anderen Gewässern ohne Walzen.
Hans Egli (EDU, Steinmaur) begründete die Ablehnung seiner Partei damit, dass Gewässer-Renaturierungen Kulturland vernichteten. Aus landwirtschaftlicher Sicht seien sie deshalb abzulehnen.
Regierungsrat Markus Kägi (SVP) sagte, eine Töss-Begehung Ende August habe ergeben, dass von den 700 Schwellen 17 als "heikel", 4 als "gefährlich" und 2 als "sehr gefährlich" einzustufen seien.
Die sehr gefährlichen Stellen werden laut Kägi bis März 2013 saniert. Bei den heiklen und den gefährlichen Schwellen würden Warntafeln angebracht.
Zudem werden die gefährlichen Schwellen "vorgezogen saniert", wie der Baudirektor weiter sagte.
(sda)

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