Wenn die Lerche wählen könnte.

Seemer Bote 2-2011
 
Mit dem Stadtkreis Seen verbindet mich der Natur- und Vogelschutzverein Seen (NVVS). Ich bin Mitglied und besuchte seinerzeit die Theoriestunden des Grundkurses Vogelkunde im Kirchgemeindezentrum Seen. Auf Exkursionen wurden die Kenntnisse vertieft. Zum Beispiel der Ausflug auf die Weierhöhe, um Kulturlandvögel zu beobachten. Der Brutvogelatlas des Kantons Zürich hält fest, dass Kulturlandvögel auf dem Rückzug sind. Dies, weil bevorzugte Lebensräume wie Hochstamm-Obstgärten verloren gehen.

 

«1975 habe ich in der Ziegelhütte die letzte Familie junger Rotkopfwürger gesichtet», sagt Hermann Dähler, einer unserer versierten Kurs- und Exkursionsleiter des NVVS. Tatsächlich brütet der Rote-Liste-Vogel heute nicht mehr im Kanton Zürich.
Zurückgegangen sind leider auch die Bestände der Feldlerche. «Zwischen Binzenloo und Taa war sie bis vor 10 Jahren noch zu hören», erinnert sich Dähler an ihren einzigartigen Singflug im April/Mai. In Winterthur ist ihr unermüdlicher Gesang heute verstummt. Die intensive Landwirtschaft mit den häufigen Gras- oder frühen Getreideschnitten brachte die Bodenbrüterin in Not. Ihr Bestand ist in 20 Jahren auf 18 Prozent zusammengeschrumpft.
Erfreulichere Entwicklungen gibt es dort, wo städtische Vernetzungsprojekte oder Aktionspläne des Kantons gezielt unterstützen. So brüten im Etzberg seit neuem Dohlen und Hohltauben in den Höhlen der Schwarzspechte.
Das zeigt: Fachliches Wissen und politischer Wille machen ein gedeihliches Nebeneinander von Naturschutz und Landwirtschaft möglich. Mehr noch: Jeder einzelne von uns kann die Umwelt mitgestalten, etwa durch den Kauf von Hochstamm-Most des Seemer Bio-Bauernhofs Binzenloo. Oder durch Ihre Stimme: Wählen Sie am 3. April einen umweltbewussten Kantons- und Regierungsrat!
Herzlichen Dank!

Lilith C. Hübscher, Kantonsrätin Grüne Winterthur.

www.naturschutzwinterthurseen.ch

www.birdlife-zuerich.ch/vogelfinder

 

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