Rheinau - die Keimzelle am Hochrhein.

Gen Au Rheinau, Februar 2008

Dort, wo der Rhein zwischen Deutschland und der Schweiz zu mäandrieren beginnt und die Landesgrenze im Fluss ist, dort liegt eine wichtige europäische Keimzelle biologischer Saatgutarbeit.
Es war einst der Stolz der Bauern und Landfrauen, die besten Saatkörner der Ernte für die nächste Aussaat beiseitezulegen. So entwickelten sich regional angepasste, widerstandsfähige Getreide- und Gemüsesorten. Heute ist dieses Know-how auf vielen Höfen rund um Rheinau zuhause.

In der Schweiz ist diese Problematik dank des vom Volk erkämpften Gentech-Moratoriums etwas entschärft. Allerdings nur bis 2010 und nicht an der Landesgrenze: In der EU sind gentechnisch veränderte Pflanzen seit 2005 zugelassen. Baut zum Beispiel ein Landwirt in Jestetten Gentech-Mais an, so sind die nur einen Kilometer entfernten Mais-Zuchtfelder in Rheinau in Gefahr – Bienen verbreiten Pollen über mehrere Kilometer.

Natürliche Kulturpflanzen sind gefährdet, wenn sie mit Pollen von Gentech-Feldern in Kontakt kommen. Darum haben wir beidseits des Rheins den Verein Gen Au Rheinau gegründet.

- Wir fordern einen Schutz dieses Anbaugebiets: Auf 400 Hektaren erhalten und pflegen Fachleute moderne und altbewährte Kulturpflanzen und züchten neue Bio-Sorten.
- Wir setzen uns dafür ein, dass unser Anliegen immer grössere Kreise zieht: Die Züchtung soll nicht von internationalen Agrochemiekonzernen mit Gentech-Saatgut monopolisiert werden.
- Und wir fordern die Regierungen auf, sich grenzübergreifend zu verständigen. Nur so verfügt die gentechfreie Landwirtschaft auch in Zukunft über freies, nicht patentiertes Saatgut.

Ganz nach dem Vorbild von Pollen und Bienen: Überwinden wir die Landes und Kantonsgrenzen – gemeinsam und gentechfrei!

Lilith C. Hübscher, Co Präsidentin Gen Au Rheinau 

 

Flyer Gen Au Rheinau (443 kb)

 

 

 

 
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