Einseitige Zusammenstellung des Nationalen Forschungsprogramms NFP 59

Medienmitteilung, 30. 05. 2007Image

Heute wurde der Start des Nationalen Forschungsprogramms «Nutzen und Risiken der Freisetzung gentechnisch veränderter Pflanzen» (NFP 59) mit 27 bewilligten Forschungsprojekten bekanntgegeben. Gen Au Rheinau sieht sich in ihrer Skepsis bestätigt: Die Risikoforschung ist unterdotiert. Das Auswahlkriterium «Praxisrelevanz» nicht konsequent umgesetzt, gerade im Hinblick auf die schweizerische Landwirtschaft.
Fragen und Datenlücken bleiben.

Eine erste Sichtung der Unterlagen bestätigt die Skepsis von Gen Au Rheinau (siehe MM vom 25. Mai 07), zum Beispiel im Hinblick auf die zeitliche Abfolge der Projekte. Gen Au Rheinau ist der Meinung, dass nach dem Vorsorgeprinzip zuerst eine Risikoforschung, die auf die schweizeigene Kleinräumigkeit angepasst ist, getätigt werden muss. Erst wenn die zentrale Frage beantwortet ist, ob eine Koexistenz in der Schweiz überhaupt möglich ist, macht eine weitere Nutzen- und Produkteforschung allenfalls Sinn. Zumal die Nationalen Forschungsprogramme einen «expliziten Umsetzungsauftrag» haben, wie auf Seite 24 des Ausführungsplans vermerkt ist, und «deshalb den Vorhaben mit hoher Priorität auch hohe Praxisrelevanz zukommt».

Grosse Fragezeichen punkto Auswahl hat Gen Au Rheinau auch im Hinblick auf die GV-Freisetzungsprojekte mit mehltauresistentem Weizen. In der Schweizerischen Landwirtschaft besteht dafür kein Bedarf: die bestehende Sortenvielfalt, Standortwahl und Düngeregime genügen zur Mehltaubekämpfung. Es stellt sich ausserdem die Frage, für wen geforscht wird, zumal es sich um ein Nationales und nicht um ein Internationales Forschungsprojekt handelt.
Schliesslich braucht es, wenn Freisetzungsprojekte ins Auge gefasst werden, etablierte Nachweisverfahren. Nur wenn die Vollzugsbehörden verlässliche Nachweisverfahren zur Verfügung haben, können sie die Aufgabe der Überwachung von GV-Freisetzungversuchen wahrnehmen. Dies hat uns die jüngste Vergangenheit mehrmals gelehrt, zum Beispiel rund um das Szenario des nicht bewilligten gentechnisch veränderten amerikanischen Langkornreises (LL601), wo sich unerwartet Transgene aus den USA bei uns verbreiteten. Die Risikoforschung des abgelehnten ETH-Konsortiums hätte Fragen in Zusammenhang mit solchen Szenarien beantworten und Datenlücken füllen können, mit Nutzpflanzen, die für die Schweiz relevant sind (Mais und Raps). Lilith C. Hübscher wird als Co-Präsidentin von Gen Au Rheinau am kommenden Montag im Zürcher Kantonsrat einen entsprechenden Vorstoss einreichen.

Gen Au Rheinau, www.gen-au-rheinau.ch
Für Fragen: Lilith C. Hübscher (079 754 78 89)

 

 
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